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Off Europa: Critical Zone

Dante, Baby, das Inferno ist hier und jetzt

Bei Diskussionen über Kunst wird häufig generalisiert: Der die das Künstler habe dies und das zu tun und oder zu berücksichtigen, sollte dies oder das besser lassen. Dabei lässt sich Kunst – wenn überhaupt – nur konkret bewerten.

Wichtigster Indikator für ein Kunstwerks dürfte ein wie immer geartetes Alleinstellungsmerkmal sein, eine bestimmte Idee, ein besonderer Zugriff. Eine sich ständig erneuernde Ästhetik oder klare ideologische Positionierungen fordern wohl nur Betrachter, die sich zu fein oder zu feige sind, 

über die Berechenbarkeit von beamtet-domestizierter Kunst und deren denkfaule Mitläufer hinauszudenken. 

Die 35. Ausgabe von MANöVER/Off Europa war bewusst auf der Suche nach Aufführungen, die sich mit den „kritischen Zonen“ in Kunst und Gesellschaft beschäftigen und mit Ausnahme-zuständen von Körpern und Köpfen. 

Sie erzählen von schmerzhaften Erinnerungen und prekärem Leben, von Mutanfällen und Aussichts- losigkeiten, von Manipulation und Maskerade, von Macht, Verführung und Ekstase. Und sind wie immer eine Einladung zum Dialog zwischen Bühne und Zuschauerraum.

 Lassen Sie uns den Künstlerinnen und Künstlern zusehen und zuhören, lassen Sie uns das Theater, die Kunst, das Leben feiern. Als Möglichkeitsraum, als lebendigen, nicht immer erklärbaren, nicht immer geordneten, ergebnis- offenen Ort. Ein Ort, an dem es Konflikte auszuhalten gilt, wo sich aber auch in vielfältiger Weise Schönheit und Erlösung finden lässt.

Knut Geißler
Künstlerischer Leiter