Geißler & Gäste: Rollen wie Speiche (2007)

Premiere in Leipzig, LOFFT // 16. November 2007 Der Radsportler Wolfgang Lötzsch erhielt im Jahr 1995 das Bundesverdienstkreuz. Anlässlich der Verleihung sagte der damalige Chemnitzer Bürgermeister, dass Wolfgang Lötzsch in Chemnitz immer Arbeit haben werde. Und jetzt bitte keine Häme: Kurz darauf wurde seine ABM-Stelle nicht verlängert.
Klar, das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Ein Oberbürgermeister, eine Stadtverwaltung kann der „Bundesanstalt für Arbeit“ keine Empfehlungen oder gar Anweisungen geben. So ist das, so ist die Struktur. So ist das System. Gleichwohl ist genau dies die übliche Erklärung aller Mitläufer dieser Welt.

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Theater M21: Ehrgeiz für alle (2006)

Premiere in Göttingen // 10. Oktober 2006 Unbezahlte Praktika statt echter Arbeitsplätze, ein perspektivloses Leben aus dem Koffer, Fernbeziehungen über Kontinente hinweg. Die Zeit in der man Jobs bekommen hat, weil man gut ist, liegt hinter den Figuren, die sich hier auf der Bühne abquälen.
Das Theater M21 fängt ihre Wirklichkeit ein, schafft einen Abend, der sich durch einen ausgelaugten Galgenhumor, und der den Aufstieg in die Todeszone zur ungewöhnlich stimmigen Tragikkomödie für die Gegenwart macht: zum exakten, zum unerfreulichen Portrait einer Generation.

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Theater M21 / BfOT: Adler und Engel (2005)

Uraufführung in Göttingen, Theater Discounter, 1. Oktober 2005 // Premiere in Leipzig, LOFFT, 13. November 2005 Juli Zehs Roman „Adler und Engel“ ist ein psychologischer Krimi, ist ein expressionistische Orgie, ist ein kalter Sommer-Roadmovie, der seine(n) Helden zwischen Leipzig und Wien, der Nacht und dem Tag, dem Mond und der Sonne pendeln lässt. Er ist aber auch eine zynische Anklage, eine bittere Studie der egozentrischen westlichen Welt und eine mitleidlose Abrechnung mit einer Lebenshaltung, in der eine Hand die andere wäscht und die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut.

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BfOT / Theater M21: Deutschlandrasen (2004)

Premiere in Göttingen, Theater Discounter // 8. April 2004 Yvonne Catterfeld, Howard Carpendale, Dieter Bohlen sind die Aushängeschilder der deutschen Popszene. Auch Frankie der Morgenmänn versüßt uns jeden Morgen im Radio das Leben. Oder wie diese Typen sich halt alle so nennen.
Kann man trotzdem in diesem Land leben? Ist dieses Deutschland wirklich so unerträglich, dass man zwanghaft Bücher von Maxim Biller lesen müsste? Reicht zu Schelte und Selbstbespiegelung auch ein kleiner Willemsen? Oder versucht man es mit Einfühlung und Liebe wie der frühe Alexander Osang? Ist der eigentlich aus dem Osten?

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BfOT / Syn Athina: Autoput (2002)

Premiere in Leipzig, LOFFT // 28. November 2002 Auf dem AUTOPUT, der Straße, die Deutschland mit Griechenland, das sogenannte Mitteleuropa mit dem Balkan verbindet – auf der Straße also, die durch die alten und jungen europäischen Hauptstädte Ljubljana, Zagreb, Belgrad und Skopje führt, treffen sich Einheimische und Touristen – da gibt es Roma und ihre Musik, Erdbeben und Krieg. In der Nähe des AUTOPUT wurden Karl May-Filme genauso gedreht wie DEFA-Indianerfilme oder die Welthits von Emir Kusturica, dort kreisten amerikanische Tarnkappen-Bomber – kurz, die Schlaglöcher und Autowracks könnten jede Menge Geschichten erzählen. Deutsche, jugoslawische, griechische, türkische Geschichten.

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Geißler & Gäste: Heilige Wut (2002)

Premiere in Leipzig, LOFFT // 25. April 2002 Töne, Bilder und Texte in allen erdenklichen Formen und Formaten sind in den aktuellen Arbeiten von Knut Geißler gleichberechtigt übereinander gestapelt und nebeneinander gelegt. (…) Man kann „Heilige Wut“ gern als Abschluss einer „Trilogie des Sampling“ betrachten. Dabei geht es in Heilige Wut im Unterschied zu den beiden anderen Arbeiten weniger darum im Zeitmaß einer radikalen Beschleunigung mitzudenken und zu beobachten, sondern von Menschen, Geräten und Instrumenten erzeugten Situationen zuzuhören und beizuwohnen.

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Geißler & Gäste: In Concert (2001)

Premiere in Leipzig, LOFFT // 20. Januar 2001 „In Concert“ beginnt da, wo „Play Off“ (der 4. Teil von „4 COMPILATION“, Premiere Januar 2000) nicht weiterwollte. Thesen wurden gebrüllt, Houellebecq geflüstert, Filmschnipsel gezeigt. Es wurde körperlich gearbeitet, Geld verteilt, es wurde auch geweint. Sehr schnell, sehr theoretisch. Jetzt wird, sehr langsam, weitergedacht. (Nicht mehr klauen, weniger zitieren, unbedingt einiges samplen.) „Play Off“ war Oberfläche. „In Concert“ ist flächige Projektion von Innenleben.

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Theater Mahagoni / BfOT: Houellebecq Schwanz Denken (2000)

Uraufführung in Hildesheim, Theaterhaus, 18. April 2000 // Premiere in Leipzig, Werk 2, Halle A, 20. November 2000 Der Ich-Erzähler ist einer dieser Gutangezogenen in einem Beruf mit viel Gerede, aber ohne Kommunikation. Manchmal wird sein Alltag von Unwesentlichem unterbrochen – von einer Dienstreise, einem Abend in der Disco, einem gleichgültigen Hassgefühl. (…) „Das Lebenziel ist verfehlt. Es ist zwei Uhr nachmittags“, lautet der letzte Satz der Aufzeichnungen. „Ausweitung der Kampfzone“ ist ein „Clockwork Orange“ der Spätneunziger, ist ein Sarah-Kane-Theaterstück ohne Vorhang, ist unvergesslich furchtbar: keine Erklärung, keine Schuldzuweisung, bloß eine genaue Beschreibung der Einsamkeit.

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Hilbig / Kraka / Kanis / Geißler: 4 Compilation (2000)

Premiere in Leipzig, Werk 2, Halle A // 6. Januar 2000 Nach – je nach Zählweise – 21 „normalen“ Inszenierungen präsentiert das „Büro für Off-Theater“ zur Wiedereröffnung der rekonstruierten großen Halle A in der Kulturfabrik Werk 2 seinen 1. Sampler. 4 Regisseure + 4 Teams zu den Themen Theater, Arbeit und Halle A. 4 x 30 Minuten mit offenem Ausgang.

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BfOT / Theater Mahagoni: Die Unbekannte mit dem Fön (1999)

Premiere in Hildesheim, Kulturfabrik Löseke, 11. März 1999 // Premiere in Leipzig, LOFFT, 15. April 1999 Der Anspruch des Theaterautors – eine in Vergessenheit geratene Selbstverständlichkeit – sollte sein, Theater zu schreiben. Keinen Teil von Theater, sondern Theater in Gänze. Autor und Urheber im eigentlichen Sinne ist er nur dann, wenn er über den reinen Sprechtext hinaus Bilder anvisiert, Bilder, die so weit übergreifen in das Schauspielerische und Optische des Theaters, dass sich Schauspieler, Regisseure und Bühnenbildner dazu neu verhalten müssen. Man kann nicht gleichzeitig Theaterautor sein und diese Leute in Ruhe weiterarbeiten lassen. (John von Düffel)

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wehrtheater hartmann: Tränen spotten (1998)

Premiere in Berlin, Theater unterm Dach, 13. November 1998 // Premiere in Leipzig, Werk 2, Halle D, 7. Januar 1999 Lilli Nitsche, KREUZER, Leipzig: Der Berliner Regisseur Sebastian Hartmann zeigt mit seiner Inszenierung einen Zustand der Verwahrlosung zwischen den Menschen, für die sich kein Schuldiger finden läßt. (…) eine erfrischend wahre und harte, keineswegs perfekte Geschichte – ein Kontrast zu den leichten Amüsierstückchen, wie sie in Leipzig gerade modern sind.

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Geißler & Gäste: Er schreibt (1997)

Premiere in Leipzig, Werk 2, Halle D // 20. Februar 1997 Über den Tod von Daniil Charms weiß man nichts Genaueres. Nach einer Version sei er 1942 in einem Leningrader Gefängnis während der Blockade verhungert.
Nach einer anderen sei er noch vor der Blockade mit anderen Gefangenen verlegt worden und im Gefängniskrankenhaus von Nowosibirsk gestorben.
Daniil Charms hat, abgesehen von zwei Gedichten in den zwanziger Jahren, lange bevor er begann intensiv Prosa zu schreiben, keine Zeile seines dichterischen und dramatischen Schaffens für Erwachsene jemals gedruckt gesehen.

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BfOT / Stefan Kanis: Bildbeschreibung (1996)

Premiere in Leipzig, Werk 2, Halle A // 25. April 1996 Thomas Irmer, KREUZER: Diese Theatralisierung von Medien, im Stücktext durch die Wahrnehmungsunsicherheit thematisiert, ist das eigentliche Zentrum dieses ambitionierten Unternehmens. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.
Die Regisseure Stefan Kanis und Knut Geißler haben genug (über) Müller gelesen, um sich mit ihrem durchaus verwegenen Team über die nun schon seit einigen Jahren üblichen Variationssprechspiele zwischen Clownerie und Chaos hinwegzusetzen. Sie benutzen den Meister als Anreger und seinen Text nur zur Hälfte. Insofern haben sie eine gerade jetzt hoch anzurechnende Abstoßungsarbeit geleistet, die einer ganzen Generation von stummen Jüngern zeigt, wie man Müller mit und zugleich gegen Müller produktiv machen kann.

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Theater FRONT: Rattenjagd nach Turrini (1987)

Premiere in Leipzig, Jugendklubhaus Walter Barth // 21. Oktober 1987 Michael Hametner: Die in Schwedt gezeigte Aufführung der umstrittenen „Rattenjagd“ – umstritten eigentlich nur beim Veranstalter, dem Bundesvorstand des FDGB, weniger bei den Teilnehmern – zeigte sich Zahn um Zahn verschärft und bis an die Grenze gespielt, wo sie aufhört, Spiel zu sein. Die Wirkung, die die Zuschauer im anschließenden Gespräch bekannten, gibt der Gruppe und ihrer Aufführung recht.

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