„Clara lebt in Ghana. Alexandru lebt in Rumänien. Clara ist 34 Jahre alt. Alexandru 77. Sie verstehen sich gut, trotz des Altersunterschieds, Übersetzungsfehlern, kulturellen Diskrepanzen und Dingen, die sie voreinander verbergen. Clara ist entschlossen, ihre Beziehung auf die nächste Stufe zu heben. Für Alexander ist das jedoch nicht so einfach – er schwankt zwischen einer Vergangenheit, die er nur schwer loslassen kann, und einer neuen Liebe, die er so spät im Leben nie für möglich gehalten hätte.
„Wie Herr Gherase sich in Clara Smith verliebte“, ist eine Geschichte, in der sich die Schichten persönlicher Identität vermischen und verflüchtigen.
Eine Aufführung, die auf einer wahren Begebenheit basiert.“
aus den Materialien zur Aufführung
„Wahre Begebenheit“ – das ist wie alles in dieser Inszenierung relativ. Der Schauspieler und Stückeschreiber Cosmin Stănilă recherchierte im Internet auf Partnerbörsen, nicht nur, weil er nachvollziehen wollte, wie sein Onkel dort eine neue Liebe fand, sondern auch als Vorstufe für ein neues Theaterstück. Es dauerte nicht lange, dann fand auch er Anschluss.
Was er erlebte, floss – klug und spielerisch verarbeitet – mit vielen unerwarteten Wendungen in sein Stück ein. Und so entstand ein hochinteressantes, spannendes, in Teilen sprachlos machendes Dokument über das Internet, über kulturelle Unterschiede und Ausbeutung, über die kritische Zone menschliche Kommunikation.
Bei allen Unterschieden interessant: Die Leipziger Autorin (und Performerin) Martina Hefter wurde im Herbst 2024 für die Verarbeitung einer ähnlichen Grundkonstellation mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet – und brachte eine performative Adaption ihres Romans kurz darauf in der Spielstätte Residenz auf die Bühne.
Das siebenbürgische Cluj-Napoca, ungarisch Kolozsvár, deutsch Klausenburg, ist die zweitgrößte Stadt Rumäniens. Das größte Theater der Stadt wird von Mihai Măniuțiu geleitet, einem der experimentierfreudigeren rumänischen Theaterregisseure. Was das Repertoire seines Theaters und die Entwicklung junger Talente betrifft, gilt er als großer Ermöglicher.
Text Cosmin Stănilă
Regie Doru Vatavului
Bühnenbild Adrian Balcău
Musik Radu Dogaru
Video Miruna Croitoru
Es spielen
Alexandru Gherase Cosmin Stănilă
Clara Smith Sânziana Tarța
Tahiru Abdulai Tahiru Abdulai
In Rumänisch mit deutschen und englischen Übertiteln
Dauer etwa 80 Minuten
14+
Leipzig
Freitag, 24. April 2026, 20 Uhr
Theater der Jungen Welt Lindenauer Markt 21, 04177 Leipzig (0341) 486 601 6 www.theaterderjungenweltleipzig.de
Zeitfenster der Veranstaltung (1)
Freitag, 24. April
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Leipzig // Theater der Jungen Welt