20 Jahre nach dem Ende ihrer klassischen Tanzausbildung beschäftigen sich die Tänzerinnen Aleksandra Borys, Karolina Kraczkowska, Ramona Nagabczyńska und Iza Szostak mit ihrem heutigen Blick auf das Ballett. „I Love Ballet“ erzählt von Leidenschaft und Konvention, von Disziplin und Perfektion und von körperlichem Schmerz. Ein Gipfeltreffen von vier erfahrenen, charismatischen Tanzkünstlerinnen; gleichermaßen Erinnerung und Bestandsaufnahme, Abrechnung und Neuanfang, ein Meilenstein im polnischen zeitgenössischen Tanz.
„In der Ballettschule ist der Satz „Ich liebe Ballett“ ein Mittel, um die Psyche der Kinder zu manipulieren. Damit sie, selbst wenn sie das Ballett zunächst noch nicht lieben, davon überzeugt werden können, dass sie es bereits tun. (…) Das Ballett ist eine Welt, die von Männern für Männer geschaffen wurde. (…) Die Frau im Ballett ist immer ein schönes, ätherisches und irgendwie jenseitiges Wesen. Eine weibliche Nymphe, eine weibliche Fee, ein weiblicher Schwan. Eine Jungfrau. Körperlos. Sie schwitzt nicht, sie riecht nicht, ihre Körperlichkeit ist rein ästhetisch. Ein weibliches Kind, stimmlos, völlig passiv.
Auf der Bühne soll alles schön und glatt sein. (…) Hinter den Kulissen herrschen körperliche Schmerzen und harte Arbeit, die nicht zu sehen sind. Bei uns wird das sichtbar sein. Es ist zwanzig Jahre her, seit wir Ballettunterricht hatten, und obendrein sind wir alle in unseren Vierzigern. Wir müssen die Technik nicht einmal absichtlich dekonstruieren, das geschieht ganz natürlich, es gibt einfach Risse. Und ich finde diese natürlichen Brüche interessanter als bewusste formale Dekonstruktion.“
Ramona Nagabczyńska über die Aufführung
Ramona Nagabczyńska absolvierte eine Ausbildung als Tänzerin an der Staatlichen Ballettschule Warschau, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main und bei The Place in London. Außerdem erwarb sie einen Abschluss in Kulturwissenschaften an der Universität für Sozialwissenschaften in Warschau. Ramona Nagabczyńska arbeitete unter anderem mit dem Polish Dance Theatre, Fleur Darkin, David Wampach, Ula Sickle, Rebecca Lazier und wichtigen polnischen Choreografen wie Paweł Sakowicz oder Marta Ziółek. Zu ihren erfolgreichsten und preisgekrönten Werken gehören „New (Dis)Order“ (2014), „Body Parts“ (2019) und „Silenzio!“ (2021).
Choreografie Ramona Nagabczyńska
Dramaturgie Agata Siniarska
Bühne + Kostüm Dominika Olszowy
Mitarbeit Kostüm Joanna Kotowicz
Musik Daniel Szwed
Licht Piotr Pieczyński
Performance Aleksandra Borys, Karolina Kraczkowska, Ramona Nagabczyńska, Iza Szostak
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen
Kofinanziert von der Stadt Warschau im Rahmen des Projekts „Komuna Warszawa – Soziale Kultureinrichtung”
Keine Sprachbarriere
Dauer etwa 60 Minuten
Achtung Rauch, laute Musik, Stroboskoplicht
Altersfreigabe 14+
Leipzig
Freitag, 17. April 2026, 20 Uhr
LOFFT – DAS THEATER Spinnereistraße 7, Halle 7 04179 Leipzig (0341) 355 955 10 www.lofft.de
Zeitfenster der Veranstaltung (1)
Freitag, 17. April
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Leipzig // LOFFT